Normalerweise verfassen wir unsere Berichte selber, diesmal machen wir eine Ausnahme und teilen, mit deren Zustimmung, den Bericht unserer Gäste:
hier der Facebookbeitrag unserer äußerst sympatischen Gäste:
Letzter Vorrundenspieltag und es ging für den TCK um nichts mehr. Also wirklich um nichts. Nicht einmal um komplizierte Rechenspiele, Excel Tabellen oder heimliche Hoffnungsszenarien.
Mit TC LUV Graz hatte es der TCK mit dem Aufsteiger zu tun. In den Vorgesprächen wurde
bereits anhand von Google Maps Fotos georakelt, dass der Club in Graz vermutlich nichts kann. Eine fundierte Analyse, wie sie nur im österreichischen Seniorentennis entstehen kann.
Doch genau das Gegenteil war der Fall.
Bei schwülen, aber herrlichen Bedingungen ging es gegen eine starke Grazer Mannschaft. Der Club liegt mitten in Wohnhausanlagen und ist in einem sehr gepflegten Umfeld eingebettet. Dazu eine
feine Anlage, gute Plätze und als absolutes Highlight die Kantine mit dem immer motivierten Kantineur Mjam Mjam Manfred.
Aber zu dem kommen wir noch später. Und glaubt uns: Das zahlt sich aus.
Um was ging es in diesem Match für den TCK? Rein sportlich um gar nichts. Es stand vorher schon fest, dass der TCK ins Abstiegs Play Off muss. Für LUV Graz ging es hingegen um den Gruppensieg
gegen TC Brunn. Wer hätte das jemals gedacht? Wahrscheinlich nicht einmal Brunn selbst
.
Die TCK Spieler hatten ihren Hub Point bei Pitschi und fuhren im 4er Gespann elektrifiziert mit einem Skoda Enyaq nach Graz. Auto voll geladen, Getränke vorhanden, Stimmung solide. Einzig
Zwoni kam direkt vom Negroni Italien Trip nach Graz. Medizinisch fragwürdig, gesellschaftlich nachvollziehbar.
Dann schauen wir doch einmal, was dieses Mal wieder passiert ist.
Ich kann euch sagen: einiges.
Erstmals kam echtes Bundesliga Feeling auf. An die 40 Personen waren vor Ort und wohnten interessiert, fachkundig und teilweise flüssig motiviert dem Match bei.
Dazu kamen rund 10 Kärntner Fans, die extra mit dem Rad aus Kärnten angereist waren, um ihr Idol Peter Umfahrer zu unterstützen. Zumindest wurde das so überliefert. Ob wirklich alle mit dem
Rad kamen, konnte aufgrund der Puntigamer Situation später nicht mehr eindeutig überprüft werden.
Stimmung war garantiert. Beim Doppel dann fast Davis Cup Atmosphäre wie anno dazumal 1994 in Unterpremstätten Graz. Nur mit mehr Senioren, mehr Faszienproblemen und deutlich mehr Diplomatico.
𝗗𝗜𝗘 𝗘𝗜𝗡𝗭𝗘𝗟
Zwei alte Haudegen und gute Freunde aus alten Zeiten standen sich gegenüber. Wegen Zwoni, den bekanntlich alle lieben, kam sogar der Vater von Fasching. Kurz konnte man meinen, es sei Zwonis
Vater. Sehr schöne Szenen vor Spielbeginn. Fast schon Familienzusammenführung mit Vorhand Cross.
Auf geht’s ins Match. Zwoni, euphorisiert von der Stimmung und mit Negroni Doping vollgesaugt, startete herausragend. Schnell ging er mit 3:1 in Führung und überzeugte vor allem mit seiner
krachenden Vorhand und schnellen Füßen. Anfangs applaudierten die Zuschauer noch für Fasching, doch mit seiner Zauberhand riss Zwoni das Publikum langsam auf seine Seite.
Das erinnerte an Rocky gegen Drago in Moskau. Am Anfang alle für Drago, am Ende schreien alle Rocky, Rocky, Rocky. In Graz war es kurz davor, dass die ersten Zuschauer Zwoni, Zwoni, Zwoni
skandierten. Dann kam leider wieder der Körper dazwischen.
Wenn das so weitergeht, dachte man, wird das ein schnelles 1:0 für den TCK.
Allerdings wussten TCK Insider, die Zwoni kennen, und alle, die Fasching kennen: Bei schwülen, heißen Bedingungen kann es beim TCK Spieler zu leichten körperlichen Limitierungen kommen.
Gleichzeitig wird Faschings Lächeln immer breiter, je länger und anstrengender die Ballwechsel werden.
Und so kam es, wie es befürchtet, aber natürlich nie ausgesprochen wurde.
Der erste Satz ging nach einer starken Aufholjagd von Fasching mit 6:4 an LUV Graz. Bereits jetzt hatte Zwoni mit seinem Rücken zu kämpfen, der immer mehr zumachte. Da musste die
Rückenpistole herhalten, um während der Pausen wieder etwas Bewegung in die Maschine zu bekommen. Pitschi setzte die Pistole immer wieder gezielt an Zwonis Rücken an, traf jedoch ab und an
auch die Wirbelsäule.
Autsch
.
Im zweiten Satz war dann nicht mehr viel zu holen. Fasching spielte stabil, Zwoni kämpfte, der Rücken verhandelte nicht mehr. 6:2 für Fasching.
𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧:
Zwoni ist eine mörderische Nummer eins in der Bundesliga für den TCK. Wenn auch noch die körperliche Fitness hält, würden wohl internationale Vereine mit Geldkoffern vor Kalksburg stehen
.
Pitschi in Unform gegen einen Kärntner Eishockeyspieler. Peter, begleitet von seinem Fanblock aus Kärnten, stand unter Druck, gegen den Nobody Pitschi Leistung zu zeigen und seine Fans zu
begeistern.
Und das gelang ihm leider auch.
Pitschi wehrte sich vor allem mit lang gesetzten Mondbällen, um dem druckvollen Spiel von Peter irgendwie zu entkommen. Das war teilweise Tennis, teilweise Luftabwehr und teilweise eine
Bewerbung für das österreichische Ballonfahrtteam.
Doch immer wieder setzte Pitschi seine Bälle zu kurz oder mit zu wenig Höhe. Und dann konnte Peter seine starke Rückhand in Stellung bringen. Wenn diese Rückhand einmal geladen war, wurde es
für Pitschi meistens ungemütlich.
Im Einbahnstraßen Tennis gewann Peter den ersten Satz mit 6:2 nach rund 50 Minuten. Pitschi versuchte weiter, seine konditionelle Stärke einzusetzen und Peter in lange Ballwechsel zu
verwickeln. Das gelang teilweise und trieb Peter sogar in einige Selbstgespräche.
Auch seine Fans waren zwischenzeitlich enttäuscht und fokussierten sich vermehrt auf die Firma Puntigamer, um Dehydrierung zu vermeiden. Medizinisch nachvollziehbar. Sportlich hilfreich für
die Stimmung.
Allerdings gelang Pitschi die Wende nicht. Durch technische und geistige Limitierungen konnte Peter die wichtigen Punkte immer wieder machen. Viele Spielbälle und Breakbälle wurden von
Pitschi nicht genutzt. Somit ging auch der zweite Satz mit 6:1 verloren.
Peter und seine Fans im Rücken waren einfach zu stark.
𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧:
Pitschis Training und Ehrgeiz in allen Ehren, aber a bisserl a Talent braucht es halt auch.
Dirt, seit den letzten Bundesligaspielen der Hoffnungsträger des TCK, traf auf einen DTB Trainer aus Deutschland. Einen Mann, der bereits viele Talente ausgebildet hat und vermutlich auch
Zverev in jungen Jahren zu Großem inspiriert hat
.
Im ersten Satz musste sich Dirt erst an die schwül warmen Bedingungen gewöhnen und ein Mittel gegen den stark spielenden Roland finden. Das dauerte etwas. Der erste Satz ging mit 6:4
verloren.
Dirt steckte das mit seiner jahrelangen Erfahrung locker weg und spielte sich in Satz zwei in einen Rausch. Gesegnet mit einer tollen Technik schlug er Roland plötzlich einen Ball nach dem
anderen um die Ohren. Aggressivität ist Dirts tägliches Brot und Satz zwei ging souverän mit 6:3 an den TCK.
Match Tie Break.
Dirt und Match Tie Break bei heißen Outdoor Bedingungen?
Der begeisterte TCK Fanleser ahnt bereits, was kommt.
Yepp. Genau das.
Dirts aggressives Vorgehen im zweiten Satz hatte viele Körner gekostet. Die Füße waren am Ende nur mehr für Brückenbauer interessant, die Standstützen benötigen, damit nichts umfällt. Roland
blieb stabil, nutzte seine DTB Fitnessmöglichkeiten offensichtlich konsequent und gewann den Match Tie Break klar mit 10:5.
Neuer Stand Match Tie Breaks TCK: 6 von 7 in dieser Saison verloren.
Das ist keine Statistik mehr. Das ist ein Hilferuf.
𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧:
Dirt ist ein Virtuose des Tennisports. Das Wetter im Sommer gehört allerdings nicht immer zu seinen engsten Freunden
.
Checkerl, unsere theoretische Bank, gegen Robert Kropp. Im Hintergrund Roberts Frau, die ihn immer wieder zu Höchstleistungen trieb.
Schon im Auto nach Graz war klar: Checkerl kann nicht verlieren, egal wer kommt. Na gut, das sagt Checkerl grundsätzlich vor jedem Meisterschaftsspiel, egal gegen wen
.
Checkerl war leicht unzufrieden mit den Meisterschaftsbällen, spielte aber trotzdem einen souveränen ersten Satz. Im Großen und Ganzen hatte er das Match im Griff und gewann nach rund einer
Stunde mit 6:4.
Roberts Frau nun mit ernster Miene und Aussagen wie: „So brauchst mir nicht heimkommen!“
Ein Satz, der im Seniorentennis vermutlich mehr Druck erzeugt als jeder Breakball.
Robert legte nochmals alles rein, doch Checkerls stoische Spielweise brachte den Erfolg. Ruhig, präzise, medizinisch kontrolliert. Wie eine Operation ohne Narkose. Für den Gegner.
Souverän holte Checkerl den zweiten Satz mit 6:2 nach Hause.
Erster Punkt für den TCK.
So kann es weitergehen.
𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧:
Ein herausragender Mediziner mit Präzisionsarbeit am Werk brachte den Sieg, wie vorhergesagt, souverän nach Hause.
Brabe wieder zurück im Team. Schlagtrainingsrückstand nachgeholt und top motiviert gegen Bernd Ochsenberger. Rein vom ITN her eigentlich eine gmahte Wiesn.
Aber wie immer im Leben kommt dann alles anders. Besonders gegen Spieler aus anderen Bundesländern, die man nicht kennt. Die überraschen immer wieder. Man glaubt, da kommt ein Geschenkpaket,
und plötzlich steht da einer mit schöner Technik und Matchplan.
Bernd, mit feiner Technik ausgestattet, gewann den ersten Satz mit 6:4. Schockstarre bei den TCK Spielern. Ist es der Druck? Ist es die Erwartung? Oder ist Brabe einfach noch nicht im vollen
Bundesliga Modus angekommen?
Im zweiten Satz änderte Brabe sein Spiel. Er besann sich auf seine Stärken, wurde aggressiver und rückte ständig ans Netz nach. Das brachte den Erfolg. Satz zwei ging mit 6:3 an den TCK.
Match Tie Break.
Kann dieses Mal der Fluch gebrochen werden, der auf dem TCK lastet?
Er kann!
Brabe spielte einen einwandfreien Match Tie Break. Bernd konnte in dieser Phase nicht mehr zusetzen, machte einige leichte Fehler und Brabe holte sich den Entscheidungssatz mit 10:4.
Jubel bei Brabe und den TCK Spielern.
Super zurückgekämpft gegen einen starken Gegner.
𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧:
Flüche sind da, um sie zu brechen. Brabe beweist: Match Tie Breaks können auch gewonnen werden. Man muss es den anderen TCK Spielern nur noch erklären.
𝗭𝗪𝗜𝗦𝗖𝗛𝗘𝗡𝗦𝗧𝗔𝗡𝗗 𝗡𝗔𝗖𝗛 𝗗𝗘𝗡 𝗘𝗜𝗡𝗭𝗘𝗟𝗡
Gleicher Stand wie gegen Brunn vor zwei Wochen. Damals gingen beide Doppel verloren. Also schaltete sich Dirt dieses Mal ein und entschied: „Ich spiele nicht. Zwoni und Pitschi spielen das
Einser Doppel und Brabe und Checkerl das Zweier Doppel. So gewinnen wir!“
Klare Ansage. Klare Strategie. Klare Hoffnung.
Gesagt, getan.
𝗗𝗜𝗘 𝗗𝗢𝗣𝗣𝗘𝗟
Das sah nach einer schwierigen Herausforderung für den TCK aus.
Und das war es auch.
Allerdings spielte das TCK Doppel ein sehr gutes Match. Zwoni auf Betriebstemperatur und Pitschi in einem Spielrausch. Man musste kurz hinschauen, ob das wirklich derselbe Pitschi war, der im
Einzel noch auf Sendersuche war.
Im ersten Satz lag das TCK Doppel ständig voran. Schlussendlich konnte der Satz mit 6:4 gewonnen werden.
Der zweite Satz sah sogar noch besser aus. Schnell ging man mit 5:2 in Führung. Aufschlag Pitschi. 40:0.
Nur mehr Formsache.
Nix nur mehr Formsache.
Eine große Chance wurde ausgelassen. Dann drei sehr gut gespielte Punkte der LUV Spieler und plötzlich Break zum 5:3. Danach 5:4.
Ja, was ist jetzt los?
Die Zuschauer inklusive Kantineur rochen wieder Lunte. Mjam Mjam Manfred lud gleich einen Zuseher auf einen weiteren Diplomatico ein, um die Stimmung weiter anzuheizen. Graz glaubte wieder
daran. Kalksburg begann innerlich zu schwitzen.
Aufschlag Zwoni. Wieder ein schnelles 40:0.
Dann 40:30.
Was passiert da schon wieder?
Und Gott sei Dank machte Roland dann doch einen Fehler.
Sieg für den TCK.
Freude groß bei den TCK Spielern. Pitschi hatte wieder ein Tennismatch gewonnen. Die Welt war kurz in Ordnung.
Laut Dirt musste das Zweier Doppel gewinnen. Und wenn Dirt etwas sagt, klingt es grundsätzlich einmal nach taktischer Weltklasse.
Lange ging es hin und her. 4:4 im ersten Satz.
Dann kam allerdings erst richtig Stimmung auf. Die Fangruppe von Peter, bereits im Status Puntigamer Dauerbierbesitzer, peitschte das LUV Doppel immer wieder fair nach vorne.
Schlachtgesänge auf „U, U, Umfahrer“ wurden gesungen. Nach guten Aktionen von Christoph folgte „La, La, Lahousen“. Die Grazer Anlage verwandelte sich kurzzeitig in eine Mischung aus Davis
Cup, Frühschoppen und Kärntner Auswärtsfahrt.
Aber so etwas macht einem erfahrenen Arzt und Waldstrategen nichts aus. Im Gegenteil. Die Gesänge spornten das TCK Doppel weiter an.
Trotzdem ging der erste Satz mit 6:4 an LUV. Die Fans außer sich. Diplomatico aufs Haus. Die Sache wurde schwierig.
Der zweite Satz war wieder eng. 5:4 LUV. Aufschlag LUV. 0:40. Drei Breakbälle.
Kurze Stille auf den Rängen.
Jetzt vielleicht doch?
Jetzt die Wende?
Jetzt der große TCK Moment?
Leider nein.
Keine der Chancen konnte genutzt werden und LUV holte sich das Game zum 6:4.
Aus und vorbei.
Schade. Chancen ausgelassen, aber toll gekämpft.
𝗘𝗡𝗗𝗦𝗧𝗔𝗡𝗗
𝗘𝗡𝗗𝗦𝗧𝗔𝗡𝗗: 𝗧𝗖𝗞 𝟯:𝟰 𝗟𝗨𝗩 𝗚𝗥𝗔𝗭
𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧
Ein Bundesliga Spiel, so wie man es sich vorstellt. Zuschauermassen bei hochqualitativen Spielen, faire Gegner, tolle Stimmung und eine Anlage mit Gastronomie, die richtig Spaß macht.
Danke an Manfred und Sabine für die außerordentlich freundliche Bewirtung. Wobei wir hoffen, dass Sabine heute noch weiß, wer der TCK ist
.
LUV Graz ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Danach gab es gute Gespräche, Anekdoten aus der Vergangenheit, ein ausgezeichnetes Essen und zwei Getränkerunden vom Club. Genauer gesagt gab es eine Runde extra von Andreas Fasching. Danke
dafür. Auch wenn der Mannschaftsführer von LUV meinte, dass es am Ende vermutlich trotzdem bei ihm landet
.
Top Leute. Top Club. Genau so macht Tennis Spaß.
Sportlich bleibt beim TCK vieles beim Alten: Gut gespielt, viel gelacht, gekämpft, Chancen gehabt und am Ende trotzdem knapp verloren.
Aber diesmal immerhin mit neuen Freunden, Mjam Mjam Manfred, Kärntner Fantrupps und einem Auswärtstag, den man so schnell nicht vergisst.
𝗔𝗨𝗦𝗕𝗟𝗜𝗖𝗞
Das Spiel der Spiele.
Jetzt geht es wirklich um alles. Keine Ausreden mehr. Keine Rechenspiele. Keine „wenn die anderen dort und wir da“ Szenarien.
Wer verliert, steigt ab.
So einfach. So brutal. So Seniorentennis Bundesliga.
Die Spieler würden sich bei diesem Spiel über viele Fans freuen. Nein, eigentlich brauchen wir euch. Wirklich.
Wir brauchen EUCH als Unterstützung.
Die Mannschaft erreicht mit ihren Fans ihre Höchstleistung. Und falls es wieder in einen Match Tie Break geht, brauchen wir vermutlich zusätzlich einen Mentaltrainer, einen Exorzisten und
mindestens drei Leute, die laut schreien: „Du kannst das!“
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